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Eine Realschule für Mudersbach? :

Kommunales

Schulreform des Landes: Ortsgemeinde bringt altes Hauptschulgebäude ins Spiel

damo Mudersbach. „Wohnortnahe Bildungsangebote": Diese Zielvorgabe hat das Mainzer Bildungsministerium vor wenigen Wochen im Zuge der geplanten Schulreform ausgegeben. Und genau diesen Aspekt griffen gestern Mudersbachs Ortsbürgermeister Maik Köhler und Beigeordneter Bernhard Steiner im Gespräch mit der SZ auf. Ihre Idee: Das leer stehende Hauptschulgebäude könnte genutzt werden, um dort eine „Realschule plus" unterzubringen.

Bekanntlich strebt das Mainzer Ministerium eine radikale Umwandlung der Schullandschaft an - aus der breiten Palette weiterführender Schulen sollen nur Gymnasien und Integrierte Gesamtschulen erhalten werden. Realschulen sowie Hauptschulen, Regionale Schulen und Duale Oberschulen sollen schon im Jahr 2009 zu so genannten „Realschulen plus" verschmelzen. Das hat der Mainzer Landtag zwar noch nicht gebilligt, aber die Idee aus dem Ministerium von Doris Ahnen dürfte angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Parlament gute Chancen auf eine Umsetzung haben.

Das wiederum hätte natürlich auch Auswirkungen auf die Schullandschaft im Kreis Altenkirchen - und in der Verbandsgemeinde Kirchen. Werden Duale Oberschulen in „Realschulen plus" umgewandelt und bleiben die beiden bestehenden Realschulen im Raum Betzdorf/Kirchen erhalten, gäbe es dort gleich vier Realschulen. Grund genug für Köhler und Steiner, das leer stehende Schulgebäude in Mudersbach in das Planspiel einzubeziehen.

„Es wäre fahrlässig, wenn wir diesen Strohhalm nicht ergreifen würden", sagte Köhler gestern Abend: „Wir haben ein leer stehendes Gebäude, das alle Voraussetzungen für den Betrieb einer weiterführenden Schule mitbringt." Seit die BBS-Außenstelle im Sommer geschlossen wurde, nutzen lediglich vier Grundschulklassen, einige Vereine und die VHS das Gebäude. Dieses bietet laut Köhler aber Platz für 25 Klassen. „Außerdem gibt es genug Fachräume, eine Turnhalle und einen Sportplatz in unmittelbarer Nähe."

Für die Ortsgemeinde Mudersbach wäre eine weiterführende Schule ein wichtiger Standortfaktor, sagte Bernhard Steiner mit Blick auf das Thema „Wohnqualität für junge Familien". Und da es in Niederschelderhütte und Brachbach derzeit vier Grundschulklassen gibt, sehen Köhler und Steiner genügend Schülerpotenzial für den Standort Mudersbach. Zudem sei eine „Realschule plus" in Mudersbach auch für die Einwohner der Nachbarkommunen eine Bereicherung: „Warum sollen Eltern aus Gosenbach, Niederschelden oder Brachbach ihre Kinder denn nach Kirchen oder Eiserfeld schicken müssen?", fragte Steiner.

Dass derzeit noch der Ratsbeschluss im Raum steht, dass Kirchens Wirtschaftsförderer Werner Becker das leer stehende Schulgebäude vermarkten soll, ist für die Mudersbacher Gemeindespitze kein Widerspruch. „Wenn wir hier eine neue Schule ansiedeln können, dann wäre das gesamte Gebäude doch optimal genutzt", sagt Köhler. Zudem könnte sogar der Haushalt der Verbandsgemeinde entlastet werden, indem das noch nicht abbezahlte Schulgebäude an den Träger der Realschulen übergehen würde – nämlich an den Kreis.

Auf Basis dieser Argumente appellieren Köhler und Steiner an den Kreis, die ADD als Schulbehörde und an die Verbandsgemeinde als Besitzerin des Gebäudes, über ihre Idee nachzudenken. Als Forderung sei das Gedankenspiel nicht zu verstehen, betont Köhler: „Wir wollen lediglich auf diese Möglichkeit aufmerksam machen. Als Ortbürgermeister bin ich geradezu in der Pflicht, den Standort Mudersbach ins Spiel zu bringen."

Siegener Zeitung am 28.11.2007

 

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