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Bekommt VG Kirchen Ganztagsschule in offener Form? :

Sozialpolitik

Die fehlende mögliche Vernetzung von Ganztagsschulangeboten im Primar- und Sekundarstufenbereich war eine der Hauptursachen für die Nichtberücksichtigung der Anträge der Verbandsgemeinde Kirchen bei der jüngsten Vergabe-runde zur Einrichtung eines Ganztagsschulangebotes.

Das geht aus einem Schreiben der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin Doris Ahnen an den Landtagsabgeordneten Dr. Matthias Krell hervor.

Unabhängig davon sei den Schulträgern bekannt gewesen, dass in einem Vergabeverfahren keinesfalls zwei Grundschulen innerhalb einer Verbandsgemeinde den Zuschlag erhalten könnten. Es sei unter diesem Aspekt auch deshalb keine Entscheidung für die Standorte in der Verbandsgemeinde Kirchen möglich gewesen, weil vom Schulträger selbst auf gezielte Nachfrage (!) des Ministeriums keine Priorität für eine der beiden Grundschulen festgelegt worden war.

Ministerin Ahnen betont, dass die Entscheidung gegen Niederschelderhütte und Niederfischbach nicht aufgrund der vorgelegten pädagogischen Konzepte der beiden Schulen gefallen sei. Überrascht zeigt man sich in Mainz allerdings darüber, dass die Verwaltung in Kirchen nicht die konkreten Erörterungen mit dem Ganztagsschulreferat des Ministeriums in die Schulentwicklungsplanung mit einbezogen habe, die im Vorfeld der Entscheidungssuche stattgefunden hätten. Bei diesen Abwägungen hätten auch Überlegungen zu einer pädagogisch-organisatorisch verbundenen Konzeption von Grund- und weiterführender Schule eine Rolle gespielt. „Die Vorteile solcher Systeme, auch was die finanzpolitische Seite betrifft, sind den Verbandsgemeinden bekannt. Die Schulträger und Schulen einigen sich deshalb in der Regel frühzeitig auf ein abgestimmtes Konzept einer Grundschule und einer weiterführenden Schule“, so Matthias Krell, der als Beispiel die Verbandsgemeinde Gebhardshain nennt. Dort habe sich die Zusammenarbeit der Schulen im Bereich der Hausaufgabenbetreuung mit Unterstützung des Schulträgers bereits lange vor dem Start der beiden Ganztagsschulen bewährt.

Die Bildungsministerin erinnert in ihrem Schreiben auch an den Antrag auf Einrichtung eines Ganztagsschulangebotes an der Dualen Oberschule Kirchen aus dem Jahr 2003, der seinerzeit ohne Grundschulbeteiligung nicht entscheidungsfähig gewesen sei. Ministerium und Schulbehörde gleichermaßen zeigen sich irritiert darüber, dass dieser „erfolgsorientierte Ansatz in der kommunalpolitischen Diskussion nicht weiter verfolgt wurde.“

Seitens des Bildungsministeriums liegt dem Rathaus in Kirchen das Gesprächsangebot vor, gemeinsam mit allen Beteiligten für eine Übergangsphase die Möglichkeiten der Einrichtung einer Ganztagsschule in offener Form zu diskutieren.

Darin sieht auch die SPD-Fraktion im Verbandsgemeinderat Kirchen, so ihr Vorsitzender Dr. Berthold Mengel, eine große Chance. Die Fraktion hält dabei an ihrer Festlegung für den Standort Niederschelderhütte fest. Die betreuende (offene) Ganztagsgrundschule müsse als ein wesentlicher Baustein in einem Gesamtkonzept gesehen werden, das die schwierige Jugendszene in Niederschelderhütte mittelfristig und langfristig beruhigen könne. Die Schulleiterin und das Kollegium seien hierbei in gleichem Maße engagiert wie das Umfeld der Schule ( Freundeskreis und Bürgerinitiative ,,Grundschule Niederschelderhütte" ).

„Die bisher gemachten Erfahrungen zeigen, dass die offene Form sich gerade auch für solche Standorte mit geringeren Schülerzahlen eignet“, so Krell mit Blick auf die Tatsache, dass beide Grundschulen in der Verbandsgemeinde Kirchen landesweit zu den Antragstellern mit den niedrigsten Schülerzahlen gehört haben.

Er betont, dass es jetzt nicht um vordergründige Schuldzuweisungen gehe. Aber Tatsache sei, dass auf Seite des Schulträgers nicht alles optimal gelaufen sei. „Jetzt kommt es darauf an, aus möglichen Fehlern zu lernen, damit erfolgreich die Weichen in der Verbandsgemeinde für die Realisierung einer Ganztagsschule gestellt werden können," so Krell abschließend.

 

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